Thorsten Johanns (Klarinette)

1976 geboren, erhielt Thorsten Johanns mit 8 Jahren seine erste Ausbildung in der Heimatstadt Krefeld. Die ersten unvergesslichen musikalischen Erlebnisse bot ihm das damals renommierte Jazz-Festival in seiner Heimatstadt. Der Pianist Oscar Peterson weckte die Begeisterung des Jungen und der Saxophonist Charlie Parker wurde sein Idol. Weil die eigenen Hände für das Saxophon damals noch zu klein waren, bekam er zunächst Klarinettenunterricht, später dann auch Saxophonunterricht bei Laszlo Dömötör, der es verstand, auch das Interesse für die so genannte Ernste Musik bei seinem Schüler zu wecken. Die „klassische“ Musik kannte Thorsten Johanns zunächst fast ausschließlich aus Aufnahmen: Schumanns „Kinderszenen“ in der Interpretation von Alfred Brendel oder Bachs „Inventionen", gespielt von Andras Schiff begeisterten ihn zu der Zeit besonders. In der Orchestermusik waren Beethovens 5. Klavierkonzert oder Dvoraks 9. Symphonie und dessen Cellokonzert die Favoriten des Heranwachsenden. Der langjährige Lehrer Laszlo Dömötör, der ihm die instrumentale und musikalische Bildung vermittelte, lebte ihm zugleich Bescheidenheit und Demut vor dem Werk und vor der musikalischen Arbeit vor. Er konnte Freude am Spiel und zugleich Ernst vorm Notentext und beim Studium vermitteln. Ab 1996 studierte Thorsten Johanns Klarinette an der Musikhochschule Köln bei Prof. Ralph Manno, wo er auch sein Diplom mit Auszeichnung bestand.
Nachdem er längere Zeit Mitglied des Bundesjugendorchesters war, wurde er bereits mit 22 Jahren stellvertretender Solo-Klarinettist der Essener Philharmoniker. Vier Jahre später überzeugte er das renommierte WDR-Sinfonieorchester Köln (WSO) und bekam seine heutige Stelle als Solo-Klarinettist.
Dass er die Kammermusik liebt, versteht sich, schließlich sind zwei der Wunderwerke dieser Gattung: die Klarinetten-Quintette von Mozart und Brahms für „sein“ Instrument geschrieben.
Thorsten Johanns ist ein gerngesehener Gast bei namhaften Ensembles und Orchestern, wie z.B. den Berliner Philharmonikern oder dem NDR-Sinfonieorchester. Als Kammermusiker ist er sehr beschäftigt und tritt als Mitglied in mehreren festen Ensembles in Erscheinung. Er konzertiert im Bläser-Ensemble „Opera senza“, mit dem er 2008 den begehrten „ECHO-Klassik-Preis 2008“ für die beste Kammermusikeinspielung des Jahres erhielt. Er ist auch Mitglied im Bläser-Quintett „Zephyr“ und in seinem neu gegründeten Ensemble „Quintetto Amadeo“(Klavier und vier Bläser). Er tritt bei zahlreichen großen Festivals auf, wie dem Schleswig Holstein Musik Festival, dem Luzern Festival und bei den Musikfestspielen Mecklenburg-Vorpommern.
Als Solist ist Thorsten Johanns mit verschiedenen Orchestern aufgetreten und hat dabei mit namhaften Dirigenten, wie z.B. Sir Neville Marriner oder Semyon Bychkov zusammengearbeitet.
Sein Interesse gilt auch der zeitgenössischen Musik, wodurch er gerne mit jungen Komponisten an neuen Formen der Musikdarbietung „experimentiert“. Außerdem gastiert er öfters beim Ensemble Modern.
Die Ferien verbringt Thorsten Johanns am liebsten in Schweden. Es ist für ihn eine Oase der Ruhe und Stille, eine Art „Sommerresidenz", wo Arbeit und Entspannung direkt nebeneinander möglich sind. Schweden nennt er „das Land meiner Träume, jedenfalls, wenn ich an die Natur, die Menschen und die Kultur dort denke.“
Ab September 2010 wird Thorsten Johanns als Hauptfachdozent (analog zu Deutschland: Professor) am Conservatorium in Maastricht tätig sein.